Hirten- und Heimatmuseum

Baschtlehaus Ebenhofen

Kaiser Maximilian I und das Wasserschloss Ebenhofen

Am 03.12.1515 besuchte Kaiser Maximilian I seinen Gesandten Konrad Fuchs im Wasserschloss zu Ebenhofen - ein Vortrag über das Leben Maximilian I, über den Besuch des Kaisers und über die Geschichte des Wasserschlosses Ebenhofen.

Kaiser Maximilian I ( 22.03.1459 - 12.01.1519), der sogenannte "letzte Ritter", war eine große Persönlichkeit des ausgehenden Mittelalters. Gegenstand des ersten Teils des Vortrages waren weniger die militärischen Aktivitäten des Habsburger Kaisers als seine spannende und ereignisreiche Lebensgeschichte.


Der zweite Teil des Vortrages beschäftigte sich mit dem Besuch des Kaisers in Ebenhofen, der die Dorfbewohner vor eine schier unlösbare Aufgabe stellte.

Da während der Reisen auch sämtliche Regierungsgeschäfte getätigt werden mussten, bestand der kaiserliche Tross nicht nur aus  Ärzten, Apothekern, Adeligen, Geistlichen, Köchen samt Gehilfen, Mundschenken, Barbieren, Musikern, Handwerkern, Kammerdienern und Wagen- und Pferdeknechten, sondern auch aus Verwaltungsbeamten, Notaren, Beratern, Schreibern und Dolmetschern. Zum Schutz waren zusätzlich ca. 40 Ritter und Landsknechte in Waffenausrüstung und Knappen dabei. Insgesamt begleiteten über 200 Personen den Kaiser und mussten auf den Zügen durch das Reich verpflegt und versorgt werden.

Ebenhofen hatte zu dieser Zeit zwischen 180 und 220 Einwohner. Wie sollte man die Gefolgsleute des Kaisers versorgen bzw. unterbringen, wo das Futter für mindestens 180 Pferde herbringen? Es war Dezember, wo auf den Feld nicht mehr geweidet werden konnte, die Futtervorräte für den Winter mussten geopfert werden.
Obwohl der Besuch des Kaisers sicher eine große Ehre für das kleine Dorf darstellte, stand den Dorfbewohnern nach dem Abzug des Trosses ein harter und entbehrungsreicher Winter bevor.


Der dritte Teil des Vortrags widmete sich dem Wasserschloss zu Ebenhofen. Auch wenn aus Geschichtsquellen genaue Zeitangaben fehlen, steht doch fest, dass das Schloss mehrere Jahrhunderte existierte, vom hohen Mittelalter an bis in die Neuzeit hinein.

Bereits im Jahre 1219 soll ein Heinrich von Hebenhofen, der auch als Erbauer des Schlosses benannt wurde, Schlossherr gewesen sein. Das Schloss wechselte im Laufe der Jahrhunderte häufig seine Besitzer, die Bekanntesten sind wohl die Rotensteiner und eben jener Konrad Fuchs, den Kaiser Maximilian I. am 03.12.1515 in Ebenhofen besuchte. Während der Herrschaft der Fuchsens über mehrere Generationen wurde das Schlossgut immer mehr erweitert und durch Zuerwerb (Grundstücke) vergrößert. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss vom damaligen Besitzer Rudolf von Westernach von grundauf erneuert.  

Letzter Besitzer des Wasserschlosses Ebenhofen war ab 1715 Ferdinand Wetzer. Ferdinand Wetzer führte ein verschwenderisches und sehr aufwendiges höfischen Leben mit Festgelagen und extravaganten Reitturnieren. Nachdem er so sein gesamtes Vermögen von über 100.000 fl. durchgebracht hatte, verstarb er 1751 gänzlich verarmt.

Das Schloss selbst wurde bald zu einer baufälligen Ruine, in der kein Wohnen mehr möglich war. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es „vertrümmert“.

Für unsere Nachforschungen stellte der "Gant" (Ruin) des Ferdinand Wetzer einen Glücksfall dar, da sich zu diesem Ereignis im Staatsarchiv Augsburg detaillierte Unterlagen zum Schloss und den dazugehörigen Ländereien finden ließen.

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